Dr. med. vet. Eva-Maria Casteel
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Der April im Hühnerstall – von Frühjahrsputz bis Wurmbefall

Der April im Hühnerstall – von Frühjahrsputz bis Wurmbefall

Vor uns Haltern von Gartenhühnern liegt der April - die ersten schönen Frühlingstage wechseln sich mit wiederkehrenden feucht-nassen Regentagen ab. Wärme und Feuchtigkeit - Diese Bedingungen sind leider auch ideal für die Verbreitung von Parasiten und Infektionskrankheiten bei Hühnern. Werfen wir einen Blick darauf, was du deinen Hühnern jetzt Gutes tun kannst und wie du vorbeugen kannst.



Inhaltsverzeichnis

Frühjahrsputz im Hühnerstall

Halte den Wurmbefall deiner Hühner gering

Haben Küken noch Hausarrest?

Mein Fazit zur Hühnerhaltung im April



Frühjahrsputz im Hühnerstall – Vorsorge gegen Würmer und Parasiten

Beim Frühjahrsputz im Hühnerstall geht es nicht nur darum, das Hühnerhaus wieder schön aussehen zu lassen. Der Hauptnutzen der Putzaktion ist, den Erregerdruck im Stall zu senken. So wird die Belastung für das Immunsystem der Hühner nicht zu groß.


Viele Übertragungen von Würmern oder Parasiten erfolgen durch Aufnahme von Kot oder Federstaub befallener Tiere. Deshalb gehören zur Stallhygiene das Sauberhalten und regelmäßiges Desinfizieren.


Also suche dir einen sonnigen, warmen Apriltag aus und starte deinen Frühjahrsputz im Hühnerstall.


Achte darauf:





Halte den Wurmbefall deiner Hühner gering

Gering? Ja, genau. Es ist normal, dass ein geringgradiger Befall im Bestand da ist.

Gartenhühner nehmen Würmereier häufig mit Schnecken oder Regenwürmern auf. Die verbreiten sich dann in deiner Herde über den Kot infizierter Tiere. Wurmeier können bis zu einem Jahr in der Umgebung ohne Wirt überleben. Die Kunst ist es also, diese Verbreitung möglichst gering zu halten.


Im Frühjahr herrschen oft ideale Bedingungen für die Vermehrung von Würmern. Werde also jetzt im April aktiv und sorge für Sauberkeit. Denn gegen die starke Ausbreitung hilft insbesondere Stallhygiene.

Übertragungswege sind hier das Picken in verschmutzter Einstreu oder das Aufnehmen von kotverunreinigtem Wasser oder Futter.


Setze an diesen Punkten im Kampf gegen die Würmer bei deinen Hühnern an:



Im Frühjahr und Herbst bietet sich auch ein Einsenden von Kotproben an. Ich empfehle 2-3x im Jahr einen Parasitencheck durchzuführen, so dass man gezielt und frühzeitig eine Parasitenbehandlung durchführen kann und Symptome in vielen Fällen erst gar nicht auftreten.


Beim Geflügel gibt es nämlich verschiedene Magen-Darm-Wurmarten und nicht jedes Entwurmungsmittel wirkt gegen jede. Stattdessen kann der wiederholte Einsatz der gleichen Wurmkur zu Resistenzen führen.

Beides führt am Ende zu unkontrollierter Vermehrung der Magen-Darm-Würmer bei deinen Hühnern!


Der pauschale Einsatz von Entwurmungsmitteln z.B. alle 3 Monate macht sich aus meiner Sicht nicht bezahlt.

Ich empfehle dir daher, eine Kotprobe bei deinem geflügelkundigen Tierarzt untersuchen zu lassen. Nach Abgabe der Sammelkotprobe erfährst du, ob Wurmeier nachgewiesen wurden oder eben nicht. Und falls ein Befall da ist, teilt er dir auch mit, welches Wurmmittel das Richtige ist.


Wenn du keinen Tierarzt vor Ort hast, der sich mit Geflügel auskennt, besteht die Möglichkeit, den beflügelt.vet Parasitencheck zu buchen und mir deine Probe einzusenden. Weitere Infos findest du hier: Parasitencheck



Haben Küken noch Hausarrest?

Viele Küken sind in diesem Jahr schon geschlüpft oder tun dies gerade. Solltest du welche haben, halte sie gut im Auge. Sie sind noch sehr wärmebedürftig und für den Freilauf draußen ist es meistens jetzt zu früh.


Überwache die Temperatur. Die Bodentemperatur sollte etwa 26 °C sein und die Raumtemperatur dort, wo sie sich aufhalten, etwa 35 bis 38 °C (in den ersten 1-2 Lebenstagen). Miss an verschiedenen Stellen des Stallbereichs der Küken, um einen besseren Überblick zu haben.

Raus solltest du sehr junge Tiere im April noch nicht lassen. Frierende Küken fressen und saufen schlecht. Sie werden dadurch schnell schwach und erkranken!

Sind deine Küken älter, kannst du die Wärme schrittweise reduzieren. In der Natur verlassen sie mit etwa fünf Wochen allmählich den Schutz der Mutter. Dann können sie ihre Körpertemperatur besser regulieren. Mach den ersten Ausflug in den Frühling demnach abhängig von ihrem Alter und den Temperaturen draußen.


Zwei wichtige Tipps:




Einen ausführlichen Überblick mit vielen Antworten zu häufigen Fragen findest du hier zum Nachlesen: Küken richtig füttern und versorgen


Mein Fazit zum April mit Gartenhühnern

Bevor du bald die schönere Jahreshälfte mit deinen Gartenhühnern genießen kannst, steht noch einmal Arbeit an. Dafür kannst du wieder deine Pausen endlich wieder in der warmen Sonne verbringen und deine Hühner beobachten. Herrlich, oder?


Grundsätzlich gilt, dass die richtige Umgebung deinen Hühnern hilft, gesund zu bleiben. Deshalb sind deine Bemühungen, den Infektionsdruck jetzt im April runterzudrücken, wichtig.

So bist du die nächsten Monate mit normaler Stall- und Auslaufhygiene gut dabei und sorgst jetzt für eine sinnvolle Prophylaxe.


Achte darauf, deine Hühner nicht vom Boden zu füttern und halte neue Tiere erstmal in Quarantäne. Schick von ihnen eine Kotprobe ein und beobachte sie im Hinblick auf Parasiten einige Tage gut.


Achtung:

Entwurme wenn, dann alle Tiere gemeinsam! Und denk daran, dass es eine Wartezeit geben kann, bis du die Eier wieder essen darfst.




Übrigens ...

Falls du mehr über die Ernährung deiner Hühner wissen willst und die gegensätzlichen Ratschläge aus dem Internet satt hast:

Dafür gibt es FutterFit — meine Anleitung zur Fütterung, von der Futterwahl über das Etikett bis zu Ergänzungsfutter und Snacks. FutterFit ist Teil der Mitgliedschaft im Beflügelt Club, zusammen mit allen anderen Kursen, den Werkzeugen und der wöchentlichen Q&A-Runde.

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Dr. med. vet. Eva-Maria Casteel mit einem ihrer Hühner
Dr. med. vet. Eva-Maria Casteel

Tierärztin mit Schwerpunkt Geflügelmedizin, selbst Hühnerhalterin und Autorin des Buchs „Hühner – So geht es deinen Tieren gut“.

Im Beflügelt Club begleite ich Hühnerhalter durchs ganze Jahr: Kurse, Werkzeuge für den Stallalltag und eine wöchentliche Q&A-Runde. Damit du beim nächsten Mal nicht suchen musst, sondern weißt, was zu tun ist — und erkennst, was sich anbahnt, bevor daraus ein Notfall wird.

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