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Küken richtig füttern und versorgen



Kükenaufzucht ist mit den richtigen Vorüberlegungen eine aufregende und lohnende Erfahrung. Wichtig ist sicherzustellen, dass deine Küken das richtige Futter und die richtige Pflege erhalten. In diesem Blogartikel zum Thema Küken richtig füttern und versorgen, beantworte ich dir deshalb auch die häufigsten Fragen zur Kükenfütterung und -aufzucht und gebe dir wichtige Tipps.


Inhaltsverzeichnis

Was kannst du Küken füttern?

Was dürfen Küken nicht essen?

Welches Gemüse dürfen Küken essen?

Dürfen Küken Haferflocken essen?

Wie viel sollten Küken am Tag fressen?

Kannst du Küken zu viel füttern?

Wie oft müssen Küken trinken?

Was brauchen Küken in den ersten Tagen?

Wie lange musst du Küken wärmen?

Was bedeutet es, wenn Küken piepen?

Wie machst du Kükenfutter selber?

Mein Fazit: Wie versorgst du Küken richtig


Was kannst du Küken füttern?

In den ersten 72 Stunden sind Küken in der Lage sich noch mit den Nährstoffen aus dem Dottersack zu versorgen. Allerdings solltest du ihnen direkt nach dem Umsetzen von der Brutmaschine in das Kükenheim ruhig schon Futter und Wasser anbieten. Sie sind in diesem Zeitraum in der Regel schnell mobil und aufmerksam und vor Allem auch sehr neugierig. Sie erlernen das regelmäßige Picken bzw. aufnehmen des Futters und gewöhnen sich an die Struktur. Es erfolgt dadurch auch ein fließender Übergang von der Dottersacksversorgung zur. Darmaktivität, der in der Regel gesunder ist und Durchfälle vermeidet. Außerdem wird auch die Wasseraufnahme zur Routine und es kann, falls du möchtest, auch die Gewöhnung an Nippeltränken stattfinden.


Für einen optimalen Start solltest du auf hochwertiges Kükenstarterfutter achten. Frisch geschlüpfte Küken benötigen eine ausgewogene und mineralstoffreiche Ernährung, um zu wachsen und gesund zu bleiben. Im Handel findest du es als Starterfutter mit Cocci und ohne Cocci... was heißt das? Cocci ist die englische Abkürzung für Kokzidiostatikum. In solch einem "Cocci-Futter" sind direkt Kokzidiostatika eingemischt, die die Regulierung im Darmtrakt von den häufig vorkommenden Kokzidien bewirken sollen. Kokzidien sind mit bloßem Auge unsichtbare einzellige Darmparasiten und sie kommen in der gesamten Umwelt der Hühner vor.

Ältere Tiere haben selten klinische Problem damit, aber bei Küken können Kokzidien zu hohen Verlusten und schweren, schmerzhaften Krankheitsverläufen in den ersten Lebenswochen führen. Mehr über Kokzidien und die entsprechende Prophylaxe erfährst du hier in meinem Blogartikel "Weicher Kot - Kokzidien im Griff halten"

An dieser Stelle noch ein wichtiger Hinweis: Zugekaufte Küken sind manchmal in den ersten Lebenstagen gegen Kokzidien geimpft worden. Sollte das bei deinen Tieren der Fall sein, dann darfst du kein Kokzidiostatikum im Futter verwenden, da der Impfschutz ansonsten verloren geht.


Was dürfen Küken nicht essen?

Es gibt einige Lebensmittel, die giftig sein können. Dazu gehören z.B. Avocados, Schokolade, grüne Kartoffeln und grüne Tomatenpflanzen. Halte diese von deinen neugierigen und unerfahrenen Küken fern, um sie zu schützen. Auch Zitrusfrüchte empfehle ich nicht, da sie häufig zu Durchfällen bei Jungtieren führen.

Rohes Gemüse solltest du kleinen Küken nur portioniert bzw. kleingehackt geben. Ansonsten kann das zu Verstopfungen des Kropfes führen. Gekochte und weiche Gemüsesorten sind kein so großes Problem, aber ich empfehle dir auch das kleinzuhacken.


Welches Gemüse dürfen Küken essen?

Sie dürfen sämtliches Gemüse wie Karotten, Sellerie, Grünkohl usw. fressen. Prinzipiell gilt für sie das Gleiche wie für ausgewachsene Hühner. Du solltest es aber wie gesagt, in kleine Stücke schneiden und eventuell kochen, um es leichter verdaulich zu machen.


Dürfen Küken Haferflocken fressen?

Ja, in Maßen. Haferflocken besitzen nicht den gleichen Nährwert wie spezielles Kükenfutter. Gib sie daher nur als Ergänzung zu einer ausgewogenen Ernährung, aber nie als Hauptfutter.



Wie viel sollten Küken am Tag fressen?

Grundsätzlich sollte immer ausreichend Basisfutter für die Küken zur Verfügung stehen. Die meisten Kükenstarterfutter deklarieren eine Fütterungsempfehlung, die "zur freien Verfügung lautet". Je nach Rasse und Nutzungsart variiert die aufgenommene Menge nämlich sehr stark. In der ersten Woche kannst du pro Küken mit ca. 15-35 g/ Tier rechnen.

Biete demensprechend viel Alleinfutter an und füttere erstmal nur wenig an Ergänzungsfuttermitteln an. So ist die Versorgung optimal. Wichtig ist, dass das das Futter immer frisch und sauber ist. Entferne überschüssiges Futter regelmäßig, damit es nicht verdirbt. So bleiben deine Küken möglichst gesund.


Kannst du Küken zu viel füttern?

Ja, es ist möglich, sie zu überfüttern. Dies kann zu Übergewicht und anderen Gesundheitsproblemen führen. Das passiert in der Regel bei einem zu hohen Angebot an Ergänzungsfuttermitteln und an tierischem Eiweiß. Dadurch erfolgt ein besonders schnelles Wachstum, dass den Küken eher schadet und für instabile Knochenstrukturen sorgt. Die Folge ist häufige Rachits und die Entstehung von Beinfehlstellungen.




Wie oft müssen Küken trinken?

Sie sollten mindestens einmal pro Stunde trinken. Deine Tiere benötigen ständig Zugang zu frischem, sauberem Wasser, um gesund zu bleiben. Schau täglich nach ihrer Tränke und säubere sie schnellstmöglich, wenn sie dreckig ist. In der ersten Lebenswoche ist das wahrscheinlich mehrmals täglich notwendig.

Achte darauf, dass die Tränke geeignet ist, damit die Kleinen nicht darin ertrinken können! Die Anschaffung einer speziellen Kükentränke ist aus meiner Sicht unbedingt erforderlich. Am Besten stellst du sie etwas erhöht auf, so dass die Küken sie gut erreichen, aber nicht die ganze Zeit darin herumlaufen.



Was brauchen Küken in den ersten Tagen?

Neben der richtigen Fütterung ist auch die ausreichende Versorgung in den ersten Lebenstagen und -wochen der Küken wichtig. Meistens ist das eine ziemlich arbeitsintensive, aber auch interessante Zeit für den Halter. Daher hier noch weitere Tipps zur Pflege und Versorgung von Hühnerküken, damit du mit einem sicheren Gefühl die Kükenzeit genießen kannst.


  • Bist du noch ganz neu dabei und hast einen Geflügeltierarzt vor Ort, dann lass deinen Tierarzt eine Erstkontrolle machen. Er schaut nach der Nabelöffnung und dem Allgemeinbefinden deiner Küken. Ihr könnt bei dieser Gelegenheit auch über die notwendigen und gewünschten Impfungen sprechen. Er berät dich auch, um Mangelsituationen vorzubeugen, falls dies erforderlich ist.


  • 24 Stunden nach dem Anfüttern solltest du stichprobenweise den Kropf deiner Küken kontrollieren. Er sollte gefüllt und daher tastbar sein. Ein zusätzlicher Blick auf das Kükenpapier zeigt dir, ob die Kotkonsistenz in Ordnung ist.


  • Die ersten zwei bis drei Tage verlangen eine intensive Kontrolle der Küken. Eine Unterversorgung oder erstes Unwohlsein machen ihnen häufig schon nach einigen Stunden zu schaffen. Beide sind oftmals Wegbereiter für Infektionen.


Wie lange musst du Küken wärmen?

Küken haben eine Körpertemperatur von 39-41 °C und sind anfangs noch nicht in der Lage ihre Körpertemperatur selbst zu halten. Sie benötigen daher eine externe Wärmequelle, die sozusagen die Glucke ersetzt. Nutze dazu im Kükenstall eine Wärmelampe oder besser noch: Eine Wärmeplatte. Eine solche Wärmeplatte ist deutlich sicherer und Einstreumaterial kann sich nicht so leicht entzünden. Achte auch darauf, dass genügend Platz im Kükenstall vorhanden ist und die Tiere bei Bedarf der Wärmequelle auch ausweichen können, falls es ihnen doch mal zu warm wird.


Frisch geschlüpfte Küken solltest du in den ersten 2 Tagen bei 35 bis 38 °C Raumtemperatur halten. Anschließend kannst du Schritt für Schritt die Temperatur senken (siehe Tabelle), da die Küken immer besser in der Lage sein werden ihre Körpertemperatur selbst zu regulieren.

Frierende Küken fressen und saufen schlecht. Sie werden dadurch schnell schwach und erkranken!


Alter

Temperatur im Kükenstall

bis 2. Lebenstag

35-38 °C

2-4. Tag

33-35 °C

5.-7. Tag

31-33 °C

2. Woche

29 °C

3. Woche

27 °C

4. Woche

24 °C

5. Woche

20 °C


An der Stelle noch ein persönliche Empfehlung: Besorge dir ein gutes Thermometer, um die Bodentemperatur (sollte etwa 26 °C sein) und die Raumtemperatur zu messen. Die Investition lohnt sich in der Regel immer und kann Tierverluste vermeiden. Die Messungen solltest du immer an verschiedenen Stellen des Stallbereiches der Küken durchführen, um starke Temperaturunterschiede im Blick zu halten.


Werden deine Küken älter, kannst du die Wärme, wie gesagt, schrittweise reduzieren. In der Natur verlassen sie mit einem Alter von etwa fünf Wochen immer öfter den Schutz der Mutter. Jetzt werden die Küken auch deutlich selbständiger und sind nicht mehr so stark auf die Wärme angewiesen.


Achte in dieser Phase gut auf deine Tiere. Sollten sie Unwohlsein zeigen, erhöhe die Temperatur sofort wieder.


Was bedeutet es, wenn Küken piepen?

Küken piepen, um ihre Bedürfnisse zu kommunizieren. Ein Piepen kann bedeuten, dass das Küken Hunger hat, müde ist oder sich unwohl fühlt. Achte darauf, dass es ihnen gut geht und an Nichts fehlt.



Wie machst du Kükenfutter selber?

Kükenfutter kannst du selbst machen, indem du eine Mischung aus Maismehl, Weizenmehl, Bohnenmehl, Haferflocken, Milchpulver und Nährstoffzusätzen herstellst. Es ist dabei notwendig, eine optimale Balance zwischen Proteinen, Kohlenhydraten und Fetten für eine ausgewogene Ernährung zu erstellen. Achte darauf, dass das Futter trocken bleibt und nicht schimmelt.


Hast du nicht viel Erfahrung mit Küken, empfehle ich dir unbedingt ein hochwertiges Starterfutter zu kaufen. Die Kleinen richtig zu füttern, erfordert eine genaue Berechnung und Erfahrung beim Zusammenstellen der benötigten Nährstoffe!



Mein Fazit:

Die Kükenaufzucht ist eine Aufgabe, die Zeit, Aufmerksamkeit und Einiges an Wissen erfordert. Versorge deine Küken für ein gesundes Wachstum mit hochwertigem Futter. Füttere sie ausreichend und gib ihnen immer sauberes Wasser.

Achte gut auf sie, um ihnen einen gesunden Start ins Leben zu ermöglichen.

Sorge für Wärme und eine sichere Umgebung, denn sie sind wie alle Kinder neugierig und unvorsichtig.

Für mehr Tipps zur Tiergesundheit und Gesundheitsprophylaxe und Einblicke in meinen eigenen Hühnergarten folge mir gerne auch auf Instagram unter befluegelt.vet


 


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