Hühnerkrankheiten: Was tun bei Kropfverstopfungen?



Der Kropf

Der Kropf gehört bei Vögeln und somit auch bei Hühnervögeln, Enten und Gänsen mit zu den außergewöhnlichsten anatomischen Besonderheiten. Das liegt unter anderem auch am Vorhandensein der zwei unterschiedlichen Mägen. Im Kropf quillt das über den Schnabel und die Speiseröhre aufgenommene Futter auf und sorgt so für eine bessere Verdauung der Bestandteile. Es ist sozusagen ein Zwischenspeicher für das aufgenommene Futter bevor es in den Drüsen- und weiter in den Muskelmagen wandert.

Der Aufbau des Kropfes kann allerdings ganz unterschiedlich sein. Während er bei Hühner eine eher rundliche beutelartige Form besitzt, ist er bei Enten und Gänsen lediglich eine einfache spindelförmige Erweiterung der Speiseröhre. Tauben haben einen Kropf der in zwei große Säcke geteilt ist.



So entsteht eine Kropfverstopfung

Führt man sich die oben erwähnten anatomischen Strukturen genau vor Augen, so wird schnell klar, dass eine Verstopfung des Kropfes zu erheblichen Problemen für das Tier führen kann. Doch wie kommt es dazu?

Die Ursachen sind vielfältig, aber in den meisten Fällen handelt es sich um die Aufnahme ungeeigeneter Futtermittel. Grobe, faserige Strukturen (zu große Gemüsestücke, lange Luzerne, Stroh, Heu, Grassilage, Rindenmulch, Holzhackschnitzel oder die Aufnahme von zu viel Einstreumaterial z.B. Hobelspäne sind häufige Probleme.

Außerdem kann eine Verstopfung durch verdorbenes Futter entstehen. Dabei kommt es zu Gärungsprozessen im Kropf die Weiterleitung des Futters verhindern und die die Verdauung massiv beeinträchtigen.

Auch nach einer Hungerperiode kann es zu Kropfverstopfungen kommen, da sich die Tiere in der Regel dann, wenn die Fütterung erfolgt auf die Futterschale stürzen und sich "überfressen". Es kommt also zu schnell zu viel Futter in den Kropf und die Weiterleitung ist nicht mehr möglich, das das Futter nicht aufquellen kann. Das Gleiche gilt bei fehlendem Trinkwasser für die Tiere, da der Futterbrei so schnell zu fest wird.



So merkst du das eine Kropfverstopfung vorliegt

Die typischen Symptome bei einer Kropfverstopfung sind:

Es sind in der Regel ausgewachsene Tiere betroffen, am unteren Ende des Halses, vor dem Beginn der Brust fühlt man eine steinharte Struktur, die sich über den Tag hinweg nicht verändert. Es findet kein normaler Kotabsatz statt. Das betroffene Tier wirkt apathisch, sondert sich ab. Blasse Kämme und Kreislaufprobleme können hinzukommen. Es sind nur Einzelne Tiere der Gruppe betroffen. Es ist keine Ansteckung von Tier zu Tier zu beobachten. Keine plötzlichen Todesfälle.

So findest du heraus ob dein Verdacht stimmen könnte:

Überprüfe die oben genannten Symptome

Nimm abends das Futter aus dem Stall und überprüfe morgens bevor du das Futter wieder hinstellst ob der Kropf sich geleert hat. Wenn das nicht der Fall ist, solltest du etwas unternehmen.


Das kannst du bei einer Kropfverstopfung tun

Merkst du das sich der Inhalt des Kropfes noch bewegen (massieren) lässt, dann kannst du erstmal selbst versuchen die Verstopfung zu beheben. Dazu kannst du mit einer Spritze ohne Nadel Paraffinöl oder alternativ Sonnenblumen oder Olivenöl in die "Backentasche" des Huhnes über den Schnabel eingeben.

Wichtig: verabreiche das Öl nur tropfenweise und sehr vorsichtig. Gelangt es in die Luftröhre droht Erstickungsgefahr.

Insgesamt können bei einer 2 kg schweren Hennen bis zu 5 ml ohne Probleme verabreicht werden. Anschließend kannst du den Kropf vorsichtig massieren und die Prozedur anschließend 2-3 mal täglich wiederholen. Häufig kommt es dann zu einem Weitertransport des Kropfinhaltes und dem Tiere geht es schnell wieder besser.

Ist der Kropfinhalt so hart, das er unbeweglich ist und das betroffene Tier schon gesundheitlich stark angeschlagen ist, dann ist es höchste Zeit den Kropf zu eröffnen und den Inhalt entfernen zu lassen. Das sollte jedoch unbedingt beim Tierarzt erfolgen, da es aufgrund des Futterbreies im Kropf schnell zu Wundinfektionen kommt.


Kropfverstopfungen verhindern

Wie immer gilt der letzte Abschnitt meines Beitrags der Prophylaxe. Im Fall der Kropfvestopfung ist die jedoch recht einfach umzusetzen. Denn sie besteht vor Allem darin den Tieren immer Wasser zu freien Verfügung anzubieten. Es sollten bei der Haltung im Auslauf keine Hungerperioden entstehen, ansonsten beginnen einige Tiere umgehend damit die Einstreu zu fressen. Grobfaserige, längliche Strukturen sollten nicht als Futtermittel angeboten werden. Solltest du in deinem Auslauf Rindenmulch oder Holzhackschnitzel verwenden, achte darauf, dass sie aus so großen Stücken bestehen, dass sie nicht verschluckt werden können. Des Weiteren ist es immer besser feste Gemüse, wie z.B. Möhren entweder im Ganzen (das Huhn pickt sich selbst passende Stücke heraus) oder fein gehackt anzubieten.


Fazit

Eine Kropfverstopfung ist leicht zu vermeiden und entsteht in den meisten Fällen wenn zu grobe Snacks verabreicht wurden, der Auslauf neu gestaltet wurde oder das Futter bzw. das Wasser ausgegangen ist. Gerade auf diese Dinge sollte somit immer geachtet werden.