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Hühner im Garten: Wasserversorgung - darauf solltest du achten



Wasser ist der wichtigste Nährstoff fürs Geflügel. Bei einem Wassermangel kommt es, schneller als bei jedem anderen Nährstoff zur Beeinflussung der Gesundheit und der Legetätigkeit. Es wird in der Regel zweimal soviel Wasser wie Futter pro Tag aufgenommen. Eine ausgewachsene Henne von 2 kg benötigt somit eine Wassermenge von 300-400 ml pro Tag.

Die Einflüsse der Wasseraufnahme auf den Organismus sind vielfältig. Es sorgt unter anderem für die Aufweichung des Futterbreies im Kropf und hilft die übrigen Nährstoffe in den Magen-Darm-Trakt zu transportieren. Zusätzlich sind viele weitere Stoffwechselprozesse von der Anwesenheit des Wassers abhängig. Ohne geht´s also nicht und es erschließt sich schnell das auch die Qualität stimmen muss um die Funktionen zu erhalten.

Wenn du deinen Tieren also Wasser anbietest sollte es immer möglichst sauber und vor allem ständig erreichbar sein.

Doch was heißt „sauber“ und wie kannst du eine gute Wasserqualität bieten? Wer weiß schon was in seinem Wasser drin ist?

Der Biofilm

Das Problem liegt in der Regel nicht bei den Gehalten von Mineralien oder chemischen Parametern des Wassers. Viele verwenden Stadtwasser, welches bei Wasseruntersuchungen nur sehr selten schlechte Qualitätsparameter aufweist.

Problematisch ist eher die Biofilmbildung in den Tränken.

Als Biofilm bezeichnet man Lebensgemeinschaften verschiedener Mikroorganismen, denen sowohl eine Nährstoffquelle als auch Schutz geboten wird. Die Mikroorganismen sind in extrazelluläre polymere Substanzen (EPS) eingebettet und bilden dadurch Flocken, Beläge oder sogar Schlämme an der Grenze zwischen Wasser und Tränke.

Kurz gesagt: Es ist der Schleim der sich in den Tränken bildet.

Er kann Probleme verursachen, wenn sich krankmachende Infektionserreger darin ansiedeln. Sie sorgen dann oftmals dafür, dass allein durch die gemeinsame Benutzung der Tränke Krankheiten in der Gruppe übertragen werden. Solche Erreger sind z.B. pathogene Escherichia coli, Pseudomonaden, Salmonellen oder Campylobacter.

Doch auch der Biofilm selbst verursacht häufig Schwierigkeiten. Nicht selten ist ein ständiges Durchfallgeschehen zu beobachten, welches durch die Aufnahme der Biofilmbestandteile entstehen kann.

Du solltest deinen Tieren also möglichst sauberes Wasser ohne Biofilmbestandteile zur Verfügung stellen.

Um das zu erreichen ist unter anderem eine passende Tränke entscheidend.

Die richtige Wassertränke

Man kann zwischen offenen und (nahezu) geschlossenen Tränkesystemen unterscheiden. Sie haben unterschiedliche Vor- und Nachteile:

oben: Offene Wasserquelle und Stülptränke,

unten: halbautomatische Tränke und Nippeltränke



1. Offene Wasserquelle

Vorteil: immer gut erreichbar für die Tiere und man erkennt direkt ob sie gefüllt ist

Nachteil: Schmutzpartikel und Staub sammeln sich sehr schnell darin und sorgen für eine extrem schnelle Biofilmbildung

2. Stülptränke/Siphon-Tränke aus Plastik

Vorteil: Wasser kann leicht aufgenommen werden, handlich und leicht zu reinigen und zu befüllen

Nachteil: Verschmutzung erfolgt sehr schnell durch offene Wasseroberfläche und häufige Reinigung ist erforderlich

3. Halbautomatische Tränke

Vorteil: enthält einen Schwimmer und das Wasser läuft automatisch aus einem geschlossenen Vorratsbehälter nach

Nachteil: immer noch kleine Wasseroberfläche vorhanden, die Verschmutzung aufnimmt

4. Nippeltränke

Vorteil: keine offene Wasseroberfläche vorhanden und daher geringer Keimeintrag in das Tränkesystem

Nachteil: schwierig zu reinigen. Akzeptanz etwas geringer. Nippel müssen regelmäßig ausgetauscht werden um Dichtigkeit zu bewahren.

Ich empfehle dir übrigens keine offene Schale für deine Tiere zu verwenden. Das Verschmutzungspotential ist enorm und die Reinigung aufwendig. Stülp- und Siphontränken sind günstig und lassen sich gut reinigen. Allerdings nervt auf Dauer vor allem bei den Stülptränken das ständige zerlegen in zwei Teile bei der Reinigung.

Am besten eignen sich meines Erachtens halbautomatische Tränken und Nippeltränken. Sie lassen sich gut reinigen und der Keimeintrag ist deutlich geringer.

Extreme Hitze und Frost – wenn die Wasserversorgung zum Problem wird

Zuletzt sei noch mal darauf hingewiesen, dass besonders bei sehr kalten und sehr heißen Temperaturen Schwierigkeiten auftreten können.

Im Sommer bildet sich durch warmgewordenes Wasser viel schneller ein ausgeprägter Biofilm. Bei hohen Temperaturen ist es also empfehlenswert mehrmals täglich sauberes kühles Wasser anzubieten. Mehr Infos zur Versorgung deiner Tiere im Sommer findest du hier

Im Winter beeinflusst vor allem der Frost die Wasserversorgung. Die Tränken sollten in jeden Fall im Stall aufgestellt werden. So verringert sich die Möglichkeit, dass das Wasser einfriert. Bei offenen Tränken kann man einen Tischtennisball hineinlegen, der schwimmt oben, sorgt ständig für Bewegung und verhindert Frost in der Tränke. Geschlossene Systeme kannst du mit Schaumstoff isolieren. Ganz praktisch sind auch Tränkenwärmer, die allerdings häufig einen Stromanschluss erforderlich machen. Alle meine Tipps für die Hühnerhaltung im Winter kannst du dir hier nochmal anschauen.

Fazit

Du siehst, Wasser hat eine große Bedeutung fürs Geflügel und sollte in Menge und Qualität immer ausreichend zur Verfügung stehen. Schließlich wünschst du dir doch auch gesunde Tiere und eine gute Legeleistung… ohne sauberes Wasser in hoher Qualität ist das allerdings auf Dauer nicht zu erreichen. Es lohnt sich also mal über sein Tränkesystem nachzudenken.

Wenn Du Lust hast, dann lade Dir doch mein kostenloses Stallbuch für Deine Hühner, Wachteln oder Puten herunter. Viele weitere Infos dazu findest Du hier.













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