Die wichtigsten Infos rund ums (Oster-)Ei



Ostern – das ist das Fest der Feste für alle Liebhaber des Frühstückseies und natürlich auch für alle Geflügelhalter. Zu keiner anderen Zeit beschäftigen wir uns so intensiv mit dem Ei. Grund genug, um sich mal mit den wichtigsten Fragen rund ums Ei zu beschäftigen…

Warum haben Eier unterschiedliche Farben?

Jeder Hühnerhalter weiss es genau. Eier gibt es nicht nur in braun und weiss. Das wäre ja auch langweilig. Viele andere Farben sind bekannt. Meine Favoriten sind Schokoeier (rotbraune Eier), „Cremeeier“, grüne und blaue Eier

„Schokoeier“

Die rotbraunen Eier stammen von den Marans. Die Rasse ist wegen ihrer spektakulär dunklen Eifärbung besonders beliebt. Die Rotbraune Färbung entsteht durch ein Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin und wir interessanterweise nicht in die Schale eingelagert. Das Ei wird vor dem Legen erst gefärbt, sozusagen „lackiert“. Für Marans empfiehlt es sich aus kosmetischen Gründen daher nicht unbedingt Stroh ins Nest zu legen, da das frisch gelegte Ei häufig Kratzer durch die rauhen Halme bekommt. Schmeckt aber trotzdem ;)

Bei den meisten übrigen Eifarben ist genetisch vorgegeben in wieweit Blut und dementsprechend Blutabbauprodukte während der Kalkschalenbildungsphase in den Uterus gelangen und direkt in die Kalkschale eingebaut werden. Rote Blutkörperchen haben beim Huhn eine Lebensdauer von 20-35 Tagen. Beim Abbau werden unter anderem auch Biliverdin (grün/blauer Farbstoff) und Bilirubin (rot/gelber Farbstoff) frei.

„Cremeeier“

Cremefarbene Eier sind geprägt von einem Vorhandensein des Abbauproduktes Bilirubin, welches die Schale färbt.

Das immer beliebter werdende Schwedische Blumenhuhn legt z.B. wunderbar cremefarbene Eier.

Grüne Eier

Bei Grünlegern wird Biliverdin in die Eischale integriert welches beim Zerfall des Hämoglobins zur Verfügung steht. Diese genetische Besonderheit findet sich bei den beliebten Auraucanern, den wohl bekanntesten Grünlegern.

Ganz dunkle olivfarbene Eier entstehen übrigens wenn du Grünleger mit Braunlegern verpaarst.

Blaue Eier

Blaue Eier entstehen in der Regel wenn man Grünleger mit Weißlegern verpaart. Die Rasse Cream Legbar wurde speziell daraufhin gezüchtet und legt hell bis mittelblaue Eier.


Wie werden Eier gelagert?

Eier sollten immer mit dem spitzen Pol nach unten gelagert werden. So befindet sich die Luftkammer am stumpfen Pol immer oben und wird nicht eingedrückt und kann sich auch nicht ablösen. Sollte das passiert sein, so ist der Eintritt von Erregern und Umgebungsgerüchen über die Eischale erleichtert und führt schneller zum Verderben. Also: falls ihr Eier im Eierkarton kauft: immer alle umdrehen! Ausgeliefert werden sie nämlich wegen der schöneren Optik immer mit der Spitze nach oben.

Generell haben Eier ein Mindesthaltbarkeitsdatum vom 28 Tagen ab Legedatum.

Sammelst du Eier von deinen eigenen Hühnern ist es also immer praktisch, wenn du das Legedatum kurz drauf schreibst, dann weißt du immer genau Bescheid und verwechselst nichts.


Soll ich Eier waschen?

In Europa werden Eier bevor sie in den Handel kommen nicht gewaschen. Man setzt auf eine saubere Produktion und will damit die natürliche Schutzschicht (Cutikula), die dünn um die äußere Schale liegt und kaum sichtbar ist erhalten. Sie vermeidet das Eindringen von Fäulnisbakterien, Schimmelpilzen und Erregern, wie z.B. Salmonellen.

Im Gegensatz dazu werden in den USA alle Konsumeier gewaschen. Hierbei wird die Cutikula zerstört, was zur Folge hat, dass Eier in den USA ausschließlich im Kühlregal zu finden sind um das Erregerwachstum zu minimieren. Aber mal ehrlich, wen stört schon eine leichte Verschmutzung oder eine Feder im Karton wenn die Eier dafür schön haltbar sind?!

Es empfiehlt sich also eher nicht die Eier zu waschen!


Sind Blutflecken im Hühnerei ein Problem?

Das Ei wird im Eierstock und im Eileiter des Huhnes gebildet. Im Eierstock befinden sich unzählige Eizellen, die in jeweils ca. einer Woche bis 10 Tagen zur reifen Dotterkugel heranwachsen. Durch einen Sprung im Dottersack gelangt der Dotter in den Eileiter und das Ei entwickelt sich weiter. Bei diesem Übergang kann es durch die starke Durchblutung dazu kommen, dass etwas Blut auf dem Dotter zurückbleibt und in der weiteren Entwicklung im Eiklar eingeschlossen wird. Der Effekt scheint erblich zu sein und kommt bei Braunlegern häufiger vor. Ältere Hennen legen hingegen ebenfalls häufiger solche Eier.

Die Eier sind in jedem Fall hygienisch unbedenklich und zum Verzehr geeignet.

Sind braune Eier gesünder als weiße?

Nein, es gibt diesbezüglich keine Unterschiede. Das wir im Supermarkt zur Zeit häufig braune Eier finden liegt vor allem daran, dass man braune Eier geschickter Weise mit dem Begriff der Naturbelassenheit verknüpft hat. Zu Ostern etwas nervig, da man sie natürlich nicht so schön färben kann ;)

Hinsichtlich der Qualität, der Haltung oder der Haltbarkeit gibt es aber überhaupt keine Unterschiede.



Ist der grüne Rand am Dotter eines gekochten Eis ungesund?

Das Ei ist völlig unbedenklich und kann ohne Probleme verzehrt werden. Der Rand entsteht wenn das Ei länger als 10 Minuten gekocht wird. Das Eisen aus dem Dotter verbindet sich dann mit Schwefel aus dem Eiklar und lässt Eisensulfid entstehen, welches die grün-graue Farbe hat. Willst du das vermeiden, dann solltest du das Ei nicht länger als 9 Minuten kochen.


Wie kann ich Eier natürlich einfärben?

Eier färben mit den Farbstoffen aus Gemüse, Kaffee und Kräutern? Hält die Farbe dann überhaupt? Funktioniert!


So geht´s:

Grün: Petersilie, Spinat

Gelb: Kardamon

Orange-Braun: Möhren

Braun: Kaffee

Rot: Zwiebelschalen, Rote Beete

Blau: Rotkohl

1. Gemüse und Kräuter ganz klein schneiden.

2. Jede Sorte in einen Topf mit 1l Wasser und 45 Minuten kochen

3. Absieben

4. Eier in den Sud legen, 1 EL Essig dazu und darin hart kochen.


Kann man Eier einfrieren?

Nicht im Ganzen mit der Schale.

Eiweiß und Eigelb kannst du allerdings ohne Schale 2-3 Tage im Kühlschrank lagern oder mit etwas Zucker oder Salz für 6-10 Monate einfrieren. Mikrobiologisch ist das im geschlossenen Gefäß unbedenklich. Also puste ruhig fleißig Eier zu Ostern aus. Verwenden kannst du sie ja dann später ;)

Eier beim Kochen abschrecken?

Nein! Viele glauben, das Ei lässt sich besser von der Schale trennen wenn man es abschreckt… es wird nur schneller kalt. Die Schale löst sich besonders bei ganz frischen Eiern schlecht.

Übrigens auch „vor dem Kochen anpiken“ vermeidet auch nicht das Platzen der Eierschale im Topf. Etwas Salz oder Essig im Wasser funktionieren besser.

Was hat der Osterhase damit zu tun?

Nichts!

Er legt keine Eier und schafft es schon gar nicht sie zu transportieren. Aus wissenschaftlicher Sicht also eine schwer darstellbare Behauptung, dass er die Eier anmalt und sie versteckt.

Zum ersten Mal untersuchte 1682 der Mediziner Georg Franck von Franckenau in der Abhandlung "De ovis paschalibus - von Oster-Eyern" dieses den Hasen zugeordnete Phänomen.

Er beschreibt, dass der Osterhase in bestimmten deutschen Regionen Eier versteckt – und nennt es "eine Fabel, die man Simpeln und Kindern aufbindet".

Aber Spass macht es trotzdem ;)

Also hab´ ein schönes Osterfest und geniess die leckeren Eier


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