Vitamin D für´s Geflügel



Vitamin D wird in der Regel in Allein- und Ergänzungsfuttermitteln als Vitamin D3 zugesetzt. Die ausreichende Versorgung ist vor Allem in der Wachstumsphase des Kükens bzw. der Junghenne und während der Legetätigkeit wichtig.


Vitamin D – das Sonnenvitamin

Vitamin D gehört zusammen mit den Vitaminen A, D, E und K (EDKA ;) )zu den fettlöslichen Vitaminen. Sie dienen in erster Linie der Aufrechterhaltung von Gewebsstrukturen.

Die Zuführung erfolgt über die Nahrung und über die Haut. Sicher kommt dir das nicht unbekannt vor, denn auch beim Menschen funktioniert so die Vitamin D Aufnahme und daher wird es auch gerne als das „Sonnenvitamin“ bezeichnet.


Vitamin D ist nicht direkt nach der Aufnahme aktiv. Es wird zunächst in der Leber gespeichert und zu 25-Hydroxyvitamin D3, der beim Geflügel einzigen erwähnenswerten physiologisch wirksamen Form, umgewandelt. Der Weg von der Leber führt dann über das Blutplasma weiter in Richtung Niere wo Enzyme die Verbindung weiter aufspalten. Diese weiteren Verbindungen (1,25 Dihydroxyvitamin D3 und 1,24,25 Trihydroxyvitamin D3) nehmen dann entsprechend Einfluss auf den Organismus und sorgen z.B. für die Ca-Ablagerung in den Knochen.


Funktionen

Vitamin D ist vor Allem bei Küken und Legehennen von besonders wichtiger Bedeutung. Es nimmt Einfluss auf das Wachstum, die Eibildung sowie auf die Entwicklung des Kükens. Wie anfangs erwähnt spielt Vitamin D3 dabei eine viel größere Rolle, da es beim Geflügel eine 20-fach höhere Wirksamkeit besitzt (Kolb 1979).


Funktionen von Vitamin D-Verbindungen beim Geflügel sind:

· Förderung der Calcium-Absorption aus dem Darm

· Regulation der Calcium Ausscheidung über die Niere

· Regulation der Calcium Einlagerung und Mobilisation aus dem Skelett

· Förderung der Keimzellbildung und somit der Entwicklung des Embryos


Legehennen

Legehennen besitzen durch Unterstützung der Vitamin D3 Verbindungen in den Röhrenknochen und den Rippen einen schnell mobilisierbaren Calciumspeicher und Phosphorspeicher. Ca. 20-30 % des notwendigen Calciums in der Eischale stammen aus diesem Speicher. Diese Mobilisierung findet allerdings ebenfalls nur unter Beteiligung von der, in der Niere gebildeten Vitamin D3 Verbindung statt (1,25 Dihydroxyvitamin D3). Während der Schalenbildung steigt deshalb der Gehalt an dieser Verbindung deutlich an.

Kommt es zum Mangel an Vitamin D bei Legehennen, so sinkt einige Zeit später auch die Legeleistung und die Eischalen werden dünner oder fehlen.


Küken

Die Entwicklung des Kükens ist in besonderem Maße abhängig vom Gehalt der oben erwähnten Verbindung im Ei. Sie wird von der Henne ins Ei über das Blutplasma weitergegeben. Auch Küken besitzen Enzyme in der Niere, die die Verbindung aufspalten können (Hart et al. 1996). Somit findet auch bei ihnen die Einlagerung von Calcium in den Knochen statt. Gelingt dies nicht so kommt es zu schwerwiegenden Mangelerscheinungen.



Mangelsymptome:

Kommt es zu einem Vitamin D Mangel so zeigen sich Mangelsymptome wie:

  • Mineralisierungsstörungen (Rachitis)

  • Knochendeformationen

  • Wachstumsstörungen

  • Mangelnde Eischalenqualität (zu dünn oder fehlend)


Entstehung von Mangelsituationen:

  • Aufnahme von älterem Futter, welches ranzige Fette enthält, wodurch das Vitamin D oxidiert wird. So wird einfach nicht genug Vitamin D aufgenommen.

  • Infektionen, die die Leber betreffen und Funktionsstörungen hervorrufen und die Speichermöglichkeiten einschränken

  • Ausschließliche Stallhaltung ohne Vitamin D Substitution (bei Stallpflicht zu bedenken!)


Vitamin D Ergänzung:

Sonne, Löwenzahn, Käse, Margarine, Süßkartoffeln, Eier



Fazit:

Vitamin D ist besonders in Zeiten der Stallpflicht und bei niedriger UV Einwirkung im Auge zu behalten. Der Bedarf ist vor Allem bei Legehennen groß und die Deckung essentiell für eine gute Eiqualität. Besonders wenn du die Absicht hast Bruteier bebrüten zu lassen oder selbst zu bebrüten solltest du auf eine ausreichende Versorgung achten, damit die Küken ohne Gesundheitsprobleme schlüpfen können. Außerdem sollte, die Qualität und eine mögliche Entmischung (z.B. wenn nur bestimmte Anteile des Futters gefressen werden) im Auge behalten werden. Füttert man vermehrt mit selbst produziertem oder selbstgemischten Futter so sind entsprechend oben genannte pflanzliche Gemüse und Kräuter zuzuführen bzw. Vitamin D Präparate zu verwenden.


Und noch ein Tipp:

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Ergänzende Grundlagen-Literatur:


Kolb.E: Der Kalziumstoffwechsel bei Legehennen und seine Beziehungen zur Eischalenqualität. Mh. Vet. Med. 34, 305-310, 1979


Hart, L.E., H.K. Schnoes, H.F. DelLuca: Studies on the role of 1,25 dihydroxyvitamin D in chick embryonic development. Arch. Biochim. Biophys. 250, 426-434, 1986