Vitamin A für Hühner - Wichtig für Augen, Haut und Schleimhäute


Vitamin A ist fast in jedem Vitaminpräparat enthalten, welches man für die Hobbygeflügelhaltung kaufen kann. Es scheint eine wichtige Bedeutung zu haben. Was dahinter steckt und wann und wie du deinen Tieren Vitamin A zuführen solltest liest du hier.


Vitamin A kann nicht vom Organismus selbst hergestellt werden und ist in der Regel nur in Futtermitteln tierischer Herkunft vorhanden. In pflanzlichen Futtermitteln findet sich ausschließlich ß-Carotin, welches dann im Dünndarm in Vitamin A umgewandelt wird. Das Umwandlungsverhältnis ist dabei immer von der Größe des Bedarfs abhängig. Je höher der Bedarf, desto mehr wird aus dem Futter umgewandelt. Die Speicherform des Vitamin A´s (die Vitamin A-Ester) wird anschließend in den Leberzellen gelagert.

Abhängig vom Alter sind die Speicher schneller verbraucht. Bei Jungtieren wird Vitamin A unter anderem für die Neubildung der Zellen benötigt und der Speicher ist entsprechend schneller geleert. Eine erhöhte Zufuhr macht also Sinn.

Bei ausgewachsenen Tieren können bei guter Versorgung Speicher für einige Wochen angelegt werden, so das kurzfristige Mangelsituationen leicht überwunden werden.


Für die Produktion von Eiern und die Entwicklung von Küken ist Vitamin A im Futter jedoch unbedingt notwendig. Ein Großteil des, aus dem aufgenommenen Futter, entstandenen Vitamin A´s wird nämlich in die Eier überführt (Jeroch, 1979).

Neben diesem Aspekt, ist Vitamin A an der Schleimhautbildung beteiligt und dient somit dem Intakthalten und der Reparation von Deckgeweben (Epithelien) von Verdauungs-, Atmungs- und Fortpflanzungsorganen sowie Sinnesorganen. Dies gewährleistet unter anderem den Infektionsschutz.

Bei Atemwegserkrankungen ist eine Zugabe Vitamin A somit eine sinnvolle Ergänzung, um die Barriere für Infektionserreger bestmöglich zu stabilisieren.



Mangelsymptome bei Hühnern:

Mangelnde Bewässerung der Augen mit evtl. gelben Sekretbestandteilen (verklebte Augen)

Abmagerung, gekräuseltes Federkleid.

Atemwegsprobleme, Durchfallerkrankungen

Die Eiproduktion fällt zunächst deutlich ab. Bei andauernder Mangelsituation kommt es außerdem zur Follikelrückbildung und zu einer Atrophie (Verkümmerung) der Drüsen des Eileiters (Squires u. Naber, 1993). Geschlüpfte Küken können schon ab der 1. Lebenswoche Appetitlosigkeit, Schwäche und Wachstumsstörungen zeigen.



Entstehung von Mangelsituationen:

  • Aufnahme von älterem Futter, welches ranzige Fette enthält, wodurch das Vitamin A oxidiert wird. So wird einfach nicht genug Vitamin A aufgenommen.

  • Infektionen, die die Leber betreffen und Funktionsstörungen hervorrufen und die Speichermöglichkeiten einschränken

  • Durchfallerkrankungen, die die Aufnahme von ß-Carotin verhindern

  • Erhöhter Bedarf, z.B. beim Brüten



Futterergänzung:

Karotten, Spinat, Paprika, Brokkoli, Löwenzahn, Grünkohl, Melone, Aprikosen und Mango



Fazit:

Vitamin A ist besonders für die Eiproduktion beim Geflügel wichtig und dient der Bildung und Stärkung der Schleimhäute. Fertigfuttermittel sind in der Regel sehr gut auf den Bedarf in einzelnen Lebensphasen angepasst. Jedoch sollte man Qualität und mögliche Entmischung (z.B. wenn nur bestimmte Anteile des Futters gefressen werden) im Auge behalten.

Fütterst du vermehrt mit selbst produziertem oder selbstgemischtem Futter, so kannst du oben genanntes Obst, Gemüse und einige Kräuter zufüttern bzw. Vitamin A Präparate verwenden.

Letztendlich kannst du eines im Hinterkopf behalten: In Stresssituationen, beim Brüten, während und nach Infektionen und für Jungtiere können Vitamin A Ergänzungen niemals falsch sein.



Und noch ein Tip:

Wenn Du Lust hast, dann lade Dir doch mein kostenloses Stallbuch für Deine Hühner, Wachteln oder Puten herunter. Viele weitere Infos dazu findest Du hier.