Hühnerrassen – die richtige Auswahl treffen: So geht´s!


Wer sich Hühner zulegen möchte, der steht schnell vor der Frage: Welche Rasse ist die richtige für mich? Die Auswahl ist groß, der Europäische Rassegeflügelstandard listet über 180 Rassen und in Deutschland werden vom Bund deutscher Rassegeflügelzüchter über 100 Hühnerrassen aufgeführt. Zusätzlich sind fast 100 Zwerghuhnrassen mit Rassestandards dort beschrieben. Dazu kommen noch einige Landrassen, die gar keine genauen Rassestandards haben. Kein Wunder, dass das zu Verwirrungen führen kann. Wie du die richtige Auswahl als Anfänger treffen kannst und welche neuen Hühner in deinen Bestand vielleicht noch hereinpassen könnten, das erfährst du mit Hilfe meiner 3 Hühnerrassen Tipps.

Zu Beginn sei noch kurz erwähnt, dass häufig die Optik der Tiere eine entscheidende Rolle für die Anschaffung spielt. Doch ich empfehle dir zuerst die 3 Tipps anzuwenden und anschließend aus den entsprechenden Rassetypen deine Hühner auszuwählen. So vermeidest du es, später deinen Kauf zu bereuen.


Hühnerrassen Tipp 1:

Überlege Dir genau zu welchem Zweck du deine neuen Hühner anschaffen möchtest

Du willst Dein eigenes Geflügelfleisch erzeugen? Dann solltest du eine Rasse mit einem hohen Fleischansatz wählen. Fleischhühner sind primär für diese Verwendung gezüchtet. Sie legen natürlich auch Eier, allerdings nicht besonders viele. Zu beachten ist, dass die Tiere recht schwer werden und etwas gemütlicher unterwegs sind. Dafür brauchst du keine Angst haben, dass sie über den Zaun fliegen. Dazu sind sie meistens zu schwer.

Allerdings ist der wohl beliebteste Grund für die Hühnerhaltung die Erzeugung von frischen Eiern im eigenen Garten. In diesem Fall sollten Legerassen in den neuen Stall einziehen. Legerassen sind darauf gezüchtet besonders legefreudig zu sein. Das sorgt dafür das du ständig ausreichend viele Eier bekommst. Vom Körpergewicht sind sie im Vergleich zu den Fleischrassen eher leicht und viel mobiler. Die Legeleistung der meisten Rassen liegt dabei zwischen 200 und 250 Eiern im Jahr.

Gute Legerassen sind z.B.:

Australorps, Barnevelder, New Hampshire, Orpingtons, Wyandotten oder Sussex


Häufig werden auch so genannte Hybriden gehalten. Sie sind ein Produkt aus Kreuzungszüchtungen entsprechender Zuchtunternehmen und werden in der konventionellen und in der Mobilstall- und Freilandhaltung oft eingesetzt. Die Legeleistung ist bedeutend höher und kann mehr als 300 Eier betragen. Einen Brutinstinkt besitzen sie dabei allerdings so gut wie gar nicht.

Desweiteren sind Zweinutzungsrassen vor Allem bei vielen Selbstversorgern sehr beliebt. Sie liefern immer noch eine ausreichende Anzahl von Eiern (durchschnittlich 200 Eier/Jahr) und setzen gleichzeitig ausreichend Fleisch an, so dass sie auch zum Schlachten geeignet sind. Wahre Multitalente! Zusätzlich sind sie in den meisten Fällen sehr robust und haben zum Beispiel wenig Schwierigkeiten mit Wetterumschwüngen oder Erkältungskrankheiten.


Plymouth Rocks - ruhig, robust und schnell zutraulich

Nebenbei seien an dieser Stelle noch die so genannten Landrassen erwähnt.

Für sie gibt es keinen Rassestandard der über einen Verband festgelegt ist, da das Aussehen bei Ihnen sehr stark variiert. Bei der Zucht konzentriert man sich ausschließlich auf Robustheit, Brutwillen, Legetätigkeit und z.T. Fleischansatz. Auf Ausstellungen sind sie somit nicht zu finden. Ein Landrasse, die vor 50 Jahren fast ausgestorben war sind z.B. die Schwedischen Blumenhühner, die sich zunehmender Beliebtheit erfreuen.


Hühnerrassen Tipp 2:

Wenn du nur wenig Platz zur Verfügung hast, schaffe dir Zwerghühner an!

Zwerghühner sind DIE Lösung für kleine Gärten! Sie existieren entweder als kleine Form einer bestimmten Hühnerrasse oder sind echte Zwerghühner, dann gibt es keine „Großform“.

Der große Vorteil ist vor Allem, dass sie wenig Platz benötigen und trotzdem Eier legen. Auch wenn die etwas kleiner sind, so schmecken sie dennoch genauso gut. Eine echte Alternative also, falls Du wenig Platz hast oder die Tiere hauptsächlich als Ziergeflügel halten möchtest.

Sebright - ein echter Zwerg und schön anzuschauen


Hühnerrassen Tipp 3:

Mach dir Gedanken wie du mit den Tieren zusammenlebst?

Macht es dir Freude die Tiere einfach nur anzuschauen und ihre natürlichen Verhaltensweisen zu beobachten? Oder magst du ruhige zutrauliche Tiere, die auch mal Zeit auf deinem Arm verbringen sollen?

Dann sind z.B (Zwerg-) Wyandotten oder (Zwerg-) Seidenhühner das Richtige für dich.


Wyandotten

Du siehst, sich neue Hühner anzuschaffen oder die Hühnerschar zu erweitern ist eigentlich ganz einfach wenn man weiß was man will. Mit diesen 3 Tipps kommst du hoffentlich schneller zu einer Entscheidung und hast lange Freude an deinen Tieren.

Wenn Du Lust hast, dann lade Dir doch mein kostenloses Stallbuch für Deine Hühner, Wachteln oder Puten herunter. Viele weitere Infos dazu findest Du hier.