Bruteier - alles was du wissen musst

Das Brüten mit der Brutmaschine wird immer beliebter. Zum Einen liegt das am verminderten Bruttrieb vieler beliebter Hühnerrassen zum Anderen liegt aber auch für viele der Vorteil darin den Schlupftermin genau bestimmen zu können und den Schlupf genau kontrollieren zu können. Und mal ganz ehrlich… es ist doch irgendwie aufregend und spannend zugleich seine eigenen Küken auszubrüten oder?

Hier erfährst du alles über Auswahl, Versand und Lagerung von Bruteiern für Käufer und Verkäufer.





Was macht ein Ei zu einem Brutei?

Vorweg noch kurz zur Klarstellung: Nicht jedes Ei kann einfach bebrütet werden. Es muss befruchtet sein. Befruchtete Eier werden ausschließlich von Hennen gelegt in deren Hühnerschar ein Hahn mitläuft und die Hennen tritt (besteigt). Eier aus dem Supermarkt sind übrigens ausgesprochen selten befruchtet, da meistens kein Hahn in der Gruppe mitläuft.

Auswahl treffen

Bruteier müssen sorgfältig ausgewählt werden. Sind die Eier beschädigt oder besitzen sie keine optimale Eistruktur, so kann es zum Absterben des Embryos bzw. zu Fehlbildungen des Kükens kommen.

Die meisten aussortierten Bruteier besitzen Risse, starke Verschmutzungen, Beschädigungen, Kalkzubildungen oder Fehlformen. Auf den folgenden Bilden siehst einige Beispiele für Eier, die solche Veränderungen aufweisen.




Die Bruteiqualität kann auch aufgrund innerer Veränderungen unzureichend sein. Möglich sind Veränderungen der Luftblase im Ei (Luftblase muss immer am runden Eipol vorhanden sein!) oder es finden sich Blutflecken bzw starke Verdunklungen beim Schieren.

TIPP: Besorge dir schon vor Beginn der Brut eine Schierlampe und schau dir die Eier einmal genau an.

Außerdem spielen die Eiergröße bzw. das Eigewicht eine wichtige Rolle. Zum einen ist die Eigröße ein Merkmal, dass von der Henne auf das Küken vererbt werden kann und zum anderen kann aus einem kleinen Ei auch nur ein kleines Küken schlüpfen. In vielen Fällen sind diese Küken lebensschwach und man kann sie in den ersten Tagen oft trotz intensiver Pflege nicht retten. Für die meisten Rassen gibt es vorgeschriebene Eigewichte (EU Standard der Rassegeflügelzucht), die man möglichst bei der Auswahl der Bruteier beachten sollte.

Hier mal ein paar Eigewichte zur Orientierung (Rassestandards bzw. Erfahrungswerte)

Marans: 65 g

Schwedische Blumenhühner: 60 g

Cream Legbar: 50 g

Araucaner: 50 g

Bielefelder Kennhühner: 60 g

Zwerg Barnevelder: 40 g

Zwerg Wyandotten 40 g


Zu kleine und zu große Eier sollten dementsprechend nicht verwendet werden.


Lagerung von Bruteiern

Bruteier lassen sich bis zu 10 Tagen lagern, wenn die entsprechenden Vorraussetzungen stimmen. Das hat den Vorteil, dass du über ein mehrere Tage hinweg Eier sammeln kannst bis du ausreichend viele für deine Brut zusammen hast, falls das notwendig ist. Die Lagerung sollte dann bei 8-13 °C Raumtemperatur und einer Luftfeuchte von 75 % erfolgen. Die hohe Luftfeuchtigkeit ist besonders wichtig, da es so nicht zur Verdunstung kommt.

Außerdem sollten keine direkte Sonneneinstrahlung und keine Zugluft vorhanden sein

Desweiteren musst du es unbedingt vermeiden, dass die Eier auf dem stumpfen Pol liegen. Hier befindet sich, wie schon erwähnt, die Luftblase im Ei und die sollte oben liegen um den Luftaustausch aureichend zu gewährleisten.

Zu guter letzt musst du beachten, dass Bruteier auch während der Lagerung immer ausreichend gewendet werden müssen, damit der Dotter nicht „verklebt“. Bewährt hat sich die Wendung um die Längsachse.

Dabei kann man den Eierkarton einfach auf die Seite stellen und entlang der kurzen Seiten drehen (s. Bild).



Bruteier kaufen

Kaufst du Bruteier zu, so solltest du dich immer erkundigen, wie alt die ältesten Eier sind. Ein vernünftiger Züchter gibt dir immer gerne eine ehrliche Auskunft.

So kannst du abschätzen, wann die Bruteier spätestens in die Maschine müssen. Denn sei mal ehrlich, nicht immer haben wir alle sofort Zeit das Projekt mit Ruhe und Sorgfalt zu starten. Außerdem sollten die Eier mindestens 1 Tag ruhen nachdem sie per Post angekommen sind (gewendet werden müssen sie aber auch während dieser Zeit).

Bevor die Eier in die Brutmaschine eingelegt werden musst du sie langsam an die höheren Temperaturen gewöhnen. Nimm sie abends mit ins Haus bzw. mit ins Wohnzimmer und lasse sie über Nacht auf Raumtemperatur erwärmen, so können sie dann am Morgen eingelegt werden.

Na und dann… ganz einfach, dann kann es losgehen mit deiner diesjährigen Brut.

Viel Erfolg!


Und noch ein Tipp:

Wenn Du Lust hast, dann lade Dir doch mein kostenloses Stallbuch für Deine Hühner, Wachteln oder Puten herunter. Den Link dazu findest Du hier.


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